Reste der Eisenerzgrube Fortuna im Wald „Reis“

Auf Spaziergängen durch den Kelkheimer Wald fallen immer wieder interessante Vertiefungen in der Erde auf. Was es damit auf sich hat, kannst du hier nachlesen.

Sehr eindrucksvoll finden sich diese Vertiefungen im Waldgebiet Am Reis in der Nähe des Fischbacher Wochenendgebietes. Doch worum handelt es sich hier? Viele denken, es sind ehemalige Hügelgräber. Diese gibt es natürlich im Kelkheimer Gebiet auch. Und das ist ein sehr interessantes, aber ein anderes Thema. In diesem Fall jedoch handelt es sich um Reste ehemaliger Bergwerke, wie z.B. der Eisenerzgrube Fortuna.

Insgesamt entdeckte man im Kelkheimer Gebiet 22 solcher Bergbaugruben. Sie entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts (zwischen 1856 und 1867), als sich viele Kelkheimer Sorgen um ihre Existenz machen mussten. Die Erträge aus der Landwirtschaft reichten nämlich nicht mehr aus, um die Familien zu ernähren. So suchten die Menschen nach anderen Einkommensquellen, wie z.B. Schreinern, Töpfern oder dem Abbau von Eisenerz. Hier arbeiteten Männer untertage, das heißt in unterirdischen Gruben und Schächten, die man ausgegraben hatte, weil man dort eisenerzhaltiges Gestein fand. Dieses wurde in hölzernen Förderkarren verladen und nach Höchst oder Biebrich verkauft, wo es weiter verarbeitet wurde.

Steigende Abbaukosten und der immer geringer werdende Verdienst bei der Gewinnung des Eisenerzes führten aber bald dazu, dass die Gruben wieder stillgelegt wurden.

Mit der Zeit fielen sie in sich zusammen oder wurden aus Sicherheitsgründen zugeschüttet. So entstanden Vertiefungen im Erdreich, die noch heute die Standorte dieser ehemaligen Bergwerke kennzeichnen.

Neben der Grube Fortuna in Fischbach gibt es weitere Spuren der Kelkheimer Bergbauzeit zu entdecken. Gehe doch einmal mit offenen Augen mit deinen Eltern spazieren und suche danach, z.B. in der Nähe des Sportplatzes zur Gundelhard oder links und rechts des Wegs von der Gundelhard bis zum Meisterturm nach Hofheim.

Weitere Informationen erhältst du im Museum Kelkheim sowie im Faltblatt „Route der Industriekultur Rhein-Main“, Nr. 28, herausgegeben von der Kulturregion Frankfurt Rhein-Main.

 

(Birgit Gröger)

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