Die Sage vom Rossertkloster, auch Teufelsschloss genannt

 

Dereinst stand am oberen Hang des Rosserts ein Kloster, in dem lebten Nonnen, die sehr fromm waren und viel Gutes taten. Sie halfen den Menschen in der Nachbarschaft bei Krankheit und Hunger. Doch wie es der Lauf der Welt ist, mit den Jahren wurden die Nonnen alt und starben.

Danach zogen adlige Fräulein in das Kloster ein, die nicht die Gesetze Gottes achteten. Sie hatten nur ihr Vergnügen im Sinn. Manchmal amüsierten sie sich sogar mit den Rittern von Eppstein und Falkenstein in den Wäldern.

Wieder einmal wurde das Jagdhorn geblasen. Die adligen Damen setzten einem weißen Hirsch nach, der sich in seiner Not im hohen Korn verstecken wollte. Ohne daran zu denken, dass sie die Ernte des Bauern vernichteten, stürmten die Nonnen auf das Feld und jagten den Hirsch bis auf den Rossert. Dort wehte plötzlich ein eiskalter Wind. Die Klostermauern stürzten zusammen. Der Sturmwind blies in die Herzen der Reiterinnen. Erbärmlich kalt wurde ihnen und sie erstarrten zu Stein. Schroffe Klippen entstanden. Das sind die unfrommen Nonnen, die man sich noch heute auf dem Rossert anschauen kann.

Nachzulesen in den „Kelkheimer Märchen und Sagen“ von Uta Franck (Verlag Blei&Guba, Hofheim 1997) oder im „Taunus-Sagenschatz“ von Helmut Bode (Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1986) oder in den „Taunus Sagen“ von August Verleger (Hirschgraben Verlag, Frankfurt a. M. 1949)

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