Die beiden Mannsteine

An der Ostseite des Staufens ragen zwei schlanke Felsblöcke auf, genannt der große und der kleine Mannstein. Eigentlich müssten sie Mannstein und Fräuleinstein heißen.

Der Sage nach wuchs auf der Burg Königstein einst ein Edelknabe heran, der seinem Vater nur Freude bereitete. Obwohl noch jung an Jahren, wurde er bei einer Kaiserkrönung in Frankfurt zum Ritter geschlagen.

Zuhause bereitete der Burgherr seinem Sohn ein großes Fest, auf dem der junge Ritter ein schönes Edelfräulein kennen lernte, das heimlich mit Verwandten gekommen war, heimlich deshalb, weil ihr Vater mit dem Burgherrn verfeindet war. Der junge Ritter und das Fräulein verliebten sich ineinander und wollten sich an einem der nächsten Tage in der Nähe der väterlichen Burg des Fräuleins treffen.

Der Vater des Edelfräuleins aber ließ seine Tochter ständig von einer Dienerin überwachen. Die Alte, die eine Hexe war, hatte rasch herausgefunden, dass das Fräulein auf dem Fest gewesen war. Sie beobachtete das Paar bei seinem Stelldichein.

Als die beiden die Dienerin entdeckten, flohen sie auf den Staufen. Aber die Hexe war schneller als sie. Oben angekommen verwandelte sie zuerst den jungen Mann und dann das  Mädchen durch einen Zauberspruch in einen Stein. Angeblich erwachen die Verliebten alle dreizehn Jahre und lustwandeln und kosen am Gimbacher Hof. Am nächsten Tag aber werden sie wieder zu Stein.

Nachzulesen in dem „Taunus Sagenschatz“ von Helmut Bode (Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt a. M. 1986)

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