Überblick

Die Abwasserentsorgung und –reinigung erfordert sehr teure Anlagen. Um die Kosten zu verringern, haben sich 13 Städte und Gemeinden im Main-Taunus- Gebiet zusammengeschlossen und betreiben diese Anlagen gemeinsam. Der Abwasserverband Main-Taunus entstand 2006 durch den Zusammenschluss von 2 Vorgängerverbänden, die bereits 1959/1961 gegründet wurden.

Dem Abwasserverband Main–Taunus gehören 9 Abwasserreinigungsanlagen (ARA) mit den zu den ARA führenden Kanalhauptsammlern (auch Gruppen- oder Verbandssammler genannt) von insgesamt 80 km Länge sowie 54 Regenentlastungsanlagen im Verbandsgebiet. Weitere Anlagen sind Pumpwerke, Schachtbauwerke sowie Mess- und Übergabestellen.

Wie für viele, und insbesondere sehr lange Begriffe, gibt es natürlich auch für Abwasserreinigungsanlagen eine Abkürzung: ARA. Diese Abkürzung werdet ihr ab jetzt noch sehr häufig lesen.

Die Abwässer aus Kelkheim werden in 4 verschiedenen ARA gereinigt. Wo befinden sich diese? Und warum dort? Das werdet ihr gleich erfahren.

Bild 12: Übersicht Verbandsgebiet

In der Karte sind die Bäche im Verbandsgebiet eingezeichnet. Die Kanalhauptsammler verlaufen jeweils parallel und nahe der Gewässer. Alle ARA liegen direkt an einem Bach oder am Main. Das in den ARA gereinigte Schmutzwasser muss ja wieder in ein Gewässer eingeleitet werden. Auch die Regenentlastungsanlagen liegen direkt an den Gewässern. Wofür werden sie überhaupt gebraucht? Mehr dazu im Abschnitt „Regenentlastungsanlagen“.

Wichtig für eine kostengünstige Abwasserentsorgung und –reinigung ist natürlich auch, daß das Abwasser der jeweiligen Stadtteile in einem Kanalnetz mit entsprechendem Gefälle bis zur Reinigungsanlage gesammelt werden kann. Sonst müsste man das Abwasser mit Hebeanlagen wieder hochpumpen und das wäre viel zu teuer.

Aus Königstein kommend führt ein Kanalhauptsammler durch das Stadtgebiet von Kelkheim – immer am Liederbach entlang – über Liederbach bis zur ARA Frankfurt/Main-Sindlingen. Dieser Kanalhauptsammler nimmt die Abwässer der Stadtteile Hornau, Münster und Kelkheim–Mitte auf.

Für die rund 2.100 Einwohner des Stadtteils Ruppertshain werden die Abwässer in der ARA Ruppertshain gereinigt. Es ist die einzige ARA im Stadtgebiet von Kelkheim.

Das Abwasser aus Kelkheim-Fischbach, hier gibt es ungefähr 5.800 Einwohner, wird durch das Fischbachtal und das Schwarzbachtal nach Hofheim-Lorsbach geleitet. Dort wird es zusammen mit den Abwässern aus mehreren Stadtteilen Eppsteins und Lorsbach in der ARA Hofheim-Lorsbach gereinigt und anschließend in den Schwarzbach eingeleitet.

Natürlich muss auch das Abwasser des kleinsten Stadtteils Eppenhain mit etwas mehr als 1.000 Einwohnern gereinigt werden. Dies geschieht in der ARA Eppstein-Ehlhalten.

Das zum Teil dezentrale Abwasserreinigungskonzept mit relativ kleinen ARA (zum Beispiel Ruppertshain) hat als wesentlichen Vorteil, dass schon in kleinen Nebengewässern (zum Beispiel dem Krebsbach) eine gute Wasserführung über das gesamte Jahr erreicht wird. Durch die frühzeitige Wiedereinleitung des gereinigten Abwassers wird ein Trockenfallen im Sommer vermieden. Diese Gefahr besteht zum Beispiel bei einer anhaltenden Trockenheit beim Liederbach.

(Klaus Höfer, Rotary Club Kelkheim)

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