Zauberberg

Willst du wissen, warum der Zauberberg in Ruppertshain auch „Hustenburg“ genannt wird?

Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass jemand den Zauberberg in Ruppertshain „Hustenburg“ genannt hat. Die früheren Bewohner haben aber auch wirklich viel gehustet. Denn das riesige Gebäude war ursprünglich eine Klinik für Menschen, die Probleme mit der Lunge hatten. Als der Zauberberg 1895 eröffnet wurde, litten viele Leute an der schlimmen Krankheit Tuberkulose, bei der man ganz viel husten muss. In Ruppertshain sollten vor allem die ärmeren Patienten, die sich ansonsten keine gute Behandlung leisten konnten, bei viel frischer Luft, gutem Essen und mit der Hilfe von Ärzten gesund werden.

Weil so viele Patienten in die neue Klinik kommen wollten, musste man im Jahr 1900 ein zusätzliches Gebäude bauen. Vorher konnten hier 72 Patienten versorgt werden, mit dem Neubau waren es 135. Die Männer wurden im alten Gebäude behandelt, die Frauen im Neubau. Das alte und das neue Haus standen nebeneinander, beide wurden aber erst 1952 mit dem Bau des so genannten „Mitteltraktes“ miteinander verbunden.

Zum Glück hat man die Krankheit mit neuen Medikamenten in den Jahren danach gut in den Griff bekommen. Im Jahr 1982 wurde die „Hustenburg“ geschlossen, weil nicht mehr so viele Patienten kamen wie früher. Stattdessen wurde das Klinikgebäude als Übergangswohnheim für Aussiedler aus Osteuropa und ausgereiste DDR-Bewohner genutzt.

1988 kaufte eine Gruppe von Investoren die Gebäude und bauten sie um, so dass heute dort Leute wohnen, Ärzte ihre Patienten behandeln und Künstler ihre Ateliers betreiben. Außerdem gibt es ein Restaurant, ein Café und eine Wein-Bar.

Zauberberg heißt das große Gebäude erst seit der Renovierung. Der Name stammt aus einem bekannten Roman des Schriftstellers Thomas Mann. Weil es in dem Buch ebenfalls um ein Sanatorium geht, haben die neuen Besitzer den Namen ausgewählt. Und das, obwohl in dem Roman nicht das Sanatorium in Ruppertshain gemeint ist.

(Anne Zegelman)

Quellen:
 www.kelkheim.de (Zugriff: 9. Januar 2013)
 www.zauberberg-kelkheim.de (Zugriff: 9. Januar 2013)

Mit Bildern und Materialien der Villa Rothschild

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